Diagnose „Schlafstörung“ – was tun?

23. März 2020
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Die Eingabe des Begriffs „nichtorganische Schlafstörung“ bei Google erzielt circa 18.000 Ergebnisse. Demgegenüber erzielt man über 3.250.000 Treffer, wenn man bei Google nach „Hilfe bei Schlafstörungen“ sucht. Zu finden sind Tipps zur Selbsthilfe, Empfehlungen für Hausmittel oder auch Hinweise auf rezeptfreie Medikamente. Auf den ersten Blick sieht das Angebot vielversprechend aus.

Die Herausforderung bei diesen zahlreichen Lösungsvorschlägen besteht jedoch darin für sich die eine richtige Lösung zu finden. Doch gibt es diese eine richtige Lösung überhaupt und wie kann diese gefunden werden?

Bei den ersten Anzeichen von langanhaltender Schlaflosigkeit sollte für jeden Betroffenen der Weg zum Arzt die erste Maßnahme sein. Es stellt sich jedoch die Frage, ab wann Experten von einer Schlafstörung sprechen. Im klinischen Sprachgebrauch wird von einer Schlafstörung gesprochen, wenn Ein- oder Durchschlafstörungen bzw. ein nicht erholsamer Schlaf und somit die Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit über einen längeren Zeitraum vorliegen.

In der „International Classification of Sleep Disorders“, dem Klassifikationssystem das speziell für Experten entwickelt wurde, sind 80 verschiedene Formen von Schlafstörungen beschrieben. Die am häufigsten in der Bevölkerung auftretenden Schlafstörungen sind Insomnien. Die ICD-10 (International Classification of Diseases) unterteilt außerdem die Schlafstörungen in „Organische Schlafstörungen“ und „Nichtorganische Schlafstörungen“.

Klassifikation der Schlafstörungen nach ICD-10

Auf Grund der vielfältigen Diagnosen und Ausprägungsmöglichkeiten von Schlafstörungen, kann eine genaue Diagnose oft erst nach langwierigen Untersuchungen gestellt werden. Bei der Diagnose und Therapie von organischen Schlafstörungen erfolgt überwiegend die Betreuung in Schlaflaboren mit der anschließenden Verordnung von spezialisierten Beatmungstherapien (z.B. die CPAP Überdruckbeatmung).

Bei nicht organischen Schlafstörungen, insbesondere Insomnien, kann durch eine Untersuchung im Schlaflabor eine organische Schlafstörung ausgeschlossen werden. Die weitere Behandlung von Insomniepatienten ist jedoch in den derzeitigen Alltag von Ärzten und Therapeuten nur schwer zu integrieren.

Nicht selten werden Personen mit Schlafproblemen „Schlafmittel“ verschrieben. Eine Verwendung von Schlafmedikamenten kann zwar zu einer kurzfristigen Linderung der Schlafprobleme führen, löst aber selten die ursächlichen Gründe.

Um die Ursachen einer Insomnie zu lösen, ist eine spezifische Behandlung notwendig. Ein Weg, der sich in den vergangenen Jahren als erfolgreich erwiesen hat, ist die Anwendung eines kognitiv-verhaltenstherapeutischen Verfahren (KVT-I). Die Anwendung dieses Verfahrens wurde bereits 1994 veröffentlicht und wird heute noch von der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e.V. fachlich unterstützt.

Das kognitiv-verhaltenstherapeutische Verfahren zeichnet sich dadurch aus, möglichst konkret und lösungsorientiert an belastenden Problemen des Patienten zu arbeiten. Dabei wird in der Regel versucht, konkrete Gedanken und Verhaltensweisen zu identifizieren, die das Problem aufrechterhalten. Sind diese identifiziert wird mit dem Patienten gemeinsam nach Wegen gesucht, wie sie sich verändern lassen.

Die Hürde in der Versorgung: Wie die meisten therapeutischen Angebote ist auch die KVT-I nur wenigen Patienten zugänglich. Sie wird aktuell zwar von Therapeuten und Ärzten angeboten, jedoch ist die Verfügbarkeit sehr gering. Somnologen, Schlafmediziner, Psychotherapeuten, Pneumologen und Schlaflabore können den wachsenden Bedarf oft nicht zeitnah erfüllen, so dass sehr lange Wartezeiten die Folge sind. Hinzu kommt die Herausforderung für den Patienten, wenn möglich einen Therapeuten in der Nähe des eigenen Wohnorts zu finden. Diesem fehlt dann oft auch die Zeit für eine solche Behandlung.

Unternehmen wie beispielsweise die magisan GmbH haben sich diesem Thema angenommen und beschäftigen sich bereits seit Jahren mit nichtorganischen Schlafstörungen. Die magisan GmbH entwickelte ein telemedizinisches Schlaftraining in Kooperation mit dem Lehrstuhl für klinische Psychologie, Psychotherapie und Hochschulambulanz der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg auf Basis der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT-I), speziell für die Betreuung von Menschen mit nichtorganischen Schlafstörungen. Das Schlaftraining „lerneschlafen“ ist ein Versorgungskonzept, welches eine patient-value-based orientierte 1:1 Betreuung ermöglicht. Neben der Integration neuer app-basierter Anwendungen und der Möglichkeit, den Schlaf über verschiedene Tracker zu messen, bildet der regelmäßige empathische telefonische Austausch zwischen Patient und qualifizierten Schlaftrainer über circa 3 Monate das Kernstück und die Basis des Schlaftrainings. Die Zielsetzung ist dem Patienten ein erstes, niedrigschwelliges Angebot und eine direkte Hilfestellung zu bieten. Therapeuten oder Ärzte werden dabei bewusst nicht ersetzt. Die Patienten werden mit diesem Programm zu Experten ihres eigenen Schlafs und lernen auf natürlichem Wege und ganz ohne Medikamente wieder zu Schlafen – telefonisch und flexibel von zuhause. Das Schlaftraining kann auch als Präventiv-Programm genutzt werden, um schweren und langanhaltenden Schlafproblemen vorzubeugen.

schlafapnoe-heilen.de