Sven Neumann

3. Juli 2023
Sven-Neumann

Im Dezember 2021 habe ich durch Zufall die Diagnose bekommen, dass ich eine obstruktive Schlafapnoe und bis zu 52 Aussetzer in der Stunde in der Nacht habe und ich somit so gut wie gar nicht schlafe, da mein Körper mich bis zu 52-mal die Stunde weckt, da der Sauerstoffgehalt zu niedrig ist. Da ich mit offenem Mund schlafe, habe ich eine Fullfacemaske bekommen. Das Gerät habe ich im Februar oder März 2022 erhalten und ab da jede Nacht verwendet. Das Gerät hat mir auch geholfen, da ich viele Symptome, die ich vorher nicht bemerkt habe, so nicht mehr hatte (Müdigkeit, Lustlosigkeit, leicht reizbar, motivationslos, Übergewicht etc.). Ich habe sogar ohne jegliche Umstellung in der Ernährung oder Sport in einem Jahr 10kg abnehmen können, was die Schlafapnoe aber nicht verbessert hat. Da diese Geräte sehr unhandlich und störend sind und eine Gewichtsreduzierung keine wirkliche Verbesserung brachte, habe ich mich nach Behandlungen erkundigt, die die Ursache beseitigen und nicht nur die Symptome behandeln. Nach einer sehr langen Recherche bin ich auf die Internetseite der Meoclinic gestoßen (schlafapnoe-heilen.de) und habe über das Kontaktformular um ein Erstgespräch gebeten. Kurze Zeit später wurde ich von Herrn Musiolik, der diesen Bereich verantwortet, angerufen. Nach sehr vielen Gesprächen und einer wunderbaren Aufklärung durch Herrn Musiolik, habe ich dann einen Termin in Berlin gemacht, um feststellen zu können, ob ich geeignet bin oder nicht. Nach einer längeren Untersuchung und vielen Fotos, wurde mir bestätigt, dass es sehr gut aussieht und über ein CT die letzten Zweifel beseitigt werden könnten. Somit bin ich ins CT. Mit diesen Bildern und der Voruntersuchung in Berlin, konnte sich dann die durchführende Ärztin, Frau Dr. Jacobsen, ein genaues Bild machen und hat mir in einem ausführlichen Gespräch erläutert, dass die Chancen auf Heilung in meinem Fall bei über 90% liegen würden und ich die Maske nicht mehr brauchen würde nach der OP. Somit war für mich die Entscheidung für eine OP sofort klar.

Vor der OP:

Aufgrund meiner sehr stark ausgeprägten Kaumuskulatur, wurde mir geraten, diese mit einer Botox-Behandlung zu verkleinern. Was sich auch als sehr hilfreich herausstellte.

Ich bin ein Mensch, der die Dinge gerne auf sich zukommen lässt und nicht jedes Detail im Vorfeld durchdenkt. So bin ich auch an diese OP herangegangen, wird schon nicht so schlimm werden. Ich fühlte mich durch die Gespräche mit Frau Dr. Jacobsen in guten Händen und habe immer positiv gedacht. Frau Dr. Jacobsen ist in ihrem Fach aus meiner Sicht die beste Wahl, die man treffen kann. Leider ist das Einhalten von vereinbarten Gesprächen oder die Kommunikation per Mail nicht ihre Stärke. Einige Menschen kann das abschrecken, mich allerdings nicht, da mir die fachliche Expertise viel wichtiger war. Ich rate auch jedem, dies nicht zu ernst zu nehmen, da der Terminkalender von Frau Dr. Jacobsen sehr voll ist und sie alles unternimmt, um so vielen Menschen wie möglich zu helfen. Am 15.03.2023 hatte ich meinen Termin in der Klinik in Berlin. Am 14.03. war die stationäre Aufnahme. In der Klinik lief alles reibungslos ab.

Nach der OP:

Die OP ist ein schwerer Eingriff, der ca. 4 Stunden gedauert hat. Dies ist eine starke Belastung für den Körper. Somit ist es nicht verwunderlich, dass es mir sehr schlecht ging, als ich aufgewacht bin und ich sehr starke Schmerzen hatte und mein Kieferbereich sehr stark angeschwollen war. Da meine Nerven sehr gut lagen, hat Frau Dr. Jacobsen mit wenig bis keinen Komplikationen gerechnet und genauso ist es auch eingetreten. Mir ist aber dennoch sofort aufgefallen, dass ich durch die Nase und den Mund wesentlich besser Atmen konnte und mir vorher gar nicht bewusst war, wie wenig Luft ich durch meine Nase bekommen habe. Dies ist auch sicherlich der Grund, warum ich immer durch den Mund geatmet habe. Ich hatte in meinem Leben schon mehrere Operationen, (Kreuzband, Meniskus, Mandeln etc.) aber keine der Operationen war mit dieser vergleichbar. Die Schmerzen waren sehr stark und die Mittel im Krankenhaus haben nur bedingt geholfen. Auch auf Nachfragen, habe ich keine stärkeren Mittel bekommen, als Paracetamol, Ibu und Novalgin. Ich hatte zum Glück von einem Freund ein stärkeres Schmerzmittel mitgebracht, welches ich niedrig dosiert für eine Nacht eingenommen habe (in Absprache mit dem Arzt), damit ich wenigstens etwas schlafen konnte. Essen geht nur flüssig/püriert und das auch ca. 6 bis 8 Wochen. Ich hatte Splinte im Kiefer, an denen die Gummis festgemacht wurden, um die Position des Kiefers zu fixieren, damit dieser im Biss bleibt. An die Gummis gewöhnt man sich sehr schnell, an die Schmerzen allerdings nicht. Die Stifte sind ebenfalls 6 Wochen dringeblieben und es war wunderbar, als diese endlich rausgenommen wurden. Die Schmerzen sind nach ca. 3 Wochen immer weniger geworden und waren mit wenig Schmerzmitteln auszuhalten. Ebenfalls habe ich gegen die Schmerzen Marihuana versucht, was bei mir ebenfalls sehr gut funktioniert hat. Von Woche 4 bis 6 brauchte ich dadurch keine Schmerzmittel mehr nehmen.

Die Physiotherapie (Lymphdrainagenmassage) hat ganz gut funktioniert. Ich habe allerdings ein pflanzliches Mittel genommen, welches aus meiner Sicht die Schwellung am besten abtransportiert und beseitigt hat. Die Tropfen heißen LYMPHADEN HEVERT COMPLEX von Hevert und kann man in der Apotheke kaufen oder bestellen (absolute Empfehlung von mir).

Da ich aus Hamburg komme, habe ich einen Arzt in Hamburg für die Nachuntersuchung und das Entfernen der Splinte gesucht. Leider war auch hier die Kommunikation von Frau Dr. Jacobsen sehr schlecht bis gar nicht vorhanden. Aber da der Arzt sehr erfahren war und die Nachbetreuung zur Kieferkorrektur ähnlich ist, war ich in guten Händen, und alles ist gut verlaufen.

Ob die OP ein voller Erfolg war, kann ich noch nicht zu 100% sagen, da ich noch nicht wieder im Schlaflabor gewesen bin. Nach der OP habe ich dann noch einmal rund 10kg abgenommen, was meine Situation sicherlich ebenfalls verbessert hat (Stand 29.06.2023 habe ich aber wieder 2kg drauf). Ich habe mir eine Apple Watch gekauft, die ich nachts trage und ebenfalls eine Matte von „Withings“ zur Schlafüberwachung. Laut diesen Geräten liegen meine Aussetzer zwischen 4 und 9 pro Stunde und die Sauerstoffsättigung sinkt nie unter 93%, was laut Herrn Musiolik als geheilt gelten sollte, da seine Werte ebenfalls in dem Bereich liegen. Gewissheit wird für mich aber erst die Kontrolle im Schlaflabor bringen. Die Schlafmatte kann ich nur jedem empfehlen, da man so seinen eigenen Schlaf überwachen und bei Bedarf einen Arzt aufsuchen kann. Stand jetzt, 29.06.2023, habe ich keine Schmerzen mehr, ich kann bzw. esse wieder alles. Es ist noch ein leichtes Taubheitsgefühl da, was etwas unangenehm ist, aber aushaltbar, und in meinem Fall auch weniger stark sein dürfte als bei anderen, da Frau Dr. Jacobsen mich gewarnt hat, dass es bis zu 12 Monate dauern kann. Das Gefühl kommt langsam, aber sicher zurück. Ich schlafe ohne Maske und fühle mich gut dabei. Ich wache morgens erholt auf und das sogar oft vor dem Wecker. Ab und zu wache ich in der Einschlafphase auf und habe das Gefühl, dass ich keine Luft bekommen habe (als ob man die Luft angehalten hat und dann wieder atmet), aber das ist sehr selten. Meine Freundin hat die Atemaussetzer mit Maske auch mitbekommen und sagt, dass sie seit der OP nichts mehr mitbekommen hat. Ich schnarche auch nicht mehr, was ich vor der OP und ohne Maske in jeder Position gemacht habe (ohne Unterbrechung). Aus meinem persönlichen Empfinden und den Erlebnissen würde ich heute sagen, dass ich die OP wieder machen würde. Nach der OP, mit den Schmerzen, war das etwas anders. Die Lebensqualität, die man zurückgewinnt, ist diesen Aufwand aber wert. Urlaube, spontane mehrtägige Ausflüge, Übernachtungen außerhalb, Festivals, Zelten, all das wird wieder zu einer Freude und nicht zu einem Planmarathon.

Ich möchte mich herzlich bei allen beteiligten Ärzten und Fachkräften bedanken und hoffe, dass noch viele weitere diesen Schritt wagen und die Ursache bekämpfen. Am meisten hoffe ich allerdings, dass diese wichtige OP von den Krankenkassen übernommen wird, damit jeder, der diese OP durchführen lassen möchte, auch die Möglichkeit dazu hat.

Sven Neumann